Waldbrandübungen mit der Kreisfeuerwehrbereitschaft Peine

Kreisfeuerwehrbereitschaften werden angefordert, wenn in anderen Landesteilen Großschadenslagen herrschen und die eigenen Einsatzkräfte aus- oder abgelöst werden müssen.

So wie zurzeit im Rahmen des Moorbrandes im Bereich von Meppen.

 

Vorteilhaft für die Einsatzkräfte ist in diesen Fällen, die Topographie des Einsatzgebietes zu kennen oder in derartigen Bereichen schon einmal gewesen zu sein und sich mit den jeweiligen Geländeeigenschaften auseinander gesetzt zu haben. Nicht jeder „Flachländer“ hat schon mal die Harzer Berge erklommen und die Eigenschaften der Höhenlagen kennen gelernt.

 

Aus diesem Grunde hat die Kreisfeuerwehrbereitschaft West aus Peine, die über einen Fachzug Wassertransport verfügt, an uns die Anfrage gestellt, im Rahmen von Übungen die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung im Gebiet des Oberharzes trainieren zu dürfen.

 

Natürlich haben wir die Anfrage und Herausforderung gerne angenommen, für die Kameradinnen und Kameraden aus dem Landkreis Peine zwei Übungen an unterschiedlichen Standorten im Bereich der Bergstadt Wildemann vorzubereiten, bei denen unterschiedliche taktische und technische Fähigkeiten gefordert sind.

 

Durch die Übungen sollten die Fähig- und Fertigkeiten im Hinblick auf die speziellen Anforderungen der Vegetationsbrandbekämpfung optimiert werden.  Gleichzeitig förderten die gemeinsamen Übungen den Austausch zwischen den einzelnen teilnehmenden Ortsfeuerwehren aus dem Landkreis Peine und dem Stadtverband Clausthal-Zellerfeld sowie dem Stadtverband Langelsheim (Lautenthal) und Goslar (Hahnenklee-Bockswiese). Das eingeplante Tanklöschfahrzeug aus Bad Grund konnte an den Übungen leider nicht teilnehmen, da eine Anforderung aus Meppen vorlag und eine Abordnung/Abfahrt noch am gleichen Nachmittag erfolgte.

 

In der ersten Übung sollte vorrangig der Ringverkehr geübt werden, während in der zweiten Übung die besondere Herangehensweisen bei engen und schwer befahrbaren Waldwegen unter Durchführung eines Tankpendelverkehrs als Übungsziel definiert wurden.

 

Nach dem Eintreffen der Einheiten aus Peine am Samstagvormittag gegen 08.00 Uhr ging es in das erste Übungsgebiet im Bereich der „Spiegeltaler Teiche“. Am Bereitstellungplatz „Knüppelweg“ erfolgte das Briefing der Führungskräfte durch den Übungsleiter Patrick Sudhoff.

 

Eigene Lage:

Der Fachzug „Wassertransport“ der Kreisfeuerwehrbereitschaft Peine wurde aufgrund anhaltender Trockenheit und einer Vielzahl von Vegetationsbränden in das Einsatzgebiet „Clausthal-Zellerfeld“, Einsatzabschnitt „Wildemann“ gerufen. Dem Fachzug werden die Einheiten des Stadtverbandes Clausthal-Zellerfeld FL GS 14-21-44 (TLF 3000/OF Wildemann), FL GS 14-21-40 (TLF 3000/OF Clausthal-Zellerfeld) und FL GS 14-22-41 (TLF 16-24/OF Altenau) zugeordnet.

Schadenslage:

Im westlichen Bereich der Spiegeltaler Teiche kam es zu einem Vegetationsbrand mit einer Fläche von 5 ha. Es besteht die Gefahr der weiteren Brandausbreitung in den südlichen Bereich, der aufgrund des Bewuchses leicht entzündlich ist. Aufgrund der Hanglage ist mit einer schnellen Brandausbreitung zu rechnen.

Auftrag:

Verhindern Sie durch eine Brandbekämpfungsmaßnahme die weitere Brandausbreitung und einen Übergriff der Flammen über den von Ost nach West verlaufenden Waldweg in Richtung Wildemann.

 

Für die Einsatzkräfte aus Peine war die Herausforderung das Befahren der engen Forstwege mit kurvenreichen auf- und ab sowie die Einrichtung der Wasserentnahme- und Wasserübergabestelle im Bereich des Spiegeltaler Teiches mit nicht unerheblichen Höhenunterschied.

 

Nach der zweiten und dritten Teichrunde der ortsfremden Tanklöschfahrzeuge konnte die Fahrgeschwindigkeit im Rundkurs auch erhöht werden.

 

Alle Aufgaben wurden zufriedenstellend erledigt und die Brandbekämpfung erfolgte professionell in guter Zusammenarbeit.

Gegen 13.00 Uhr war der Abbau erledigt und es ging in die wohlverdiente Mittagspause.

 

Das Versorgungsteam der Freiwilligen Feuerwehr Wildemann hatte die Feuerwache eingerichtet um die Einsatzkräfte zu verpflegen.

 

Um 14.30 Uhr wurde die Ruhezeit beendet und es hieß „abrücken zur zweiten Übung“.

 

Schadenslage der zweiten Übung:

Im Bereich des sog. „Kellers“ kam es zu einem Vegetationsbrand (Bodenfeuer) mit einer Fläche von 10 ha. Es besteht die Gefahr der weiteren Brandausbreitung in den nördlichen Bereich, der Aufgrund der Trockenheit leicht entzündlich ist.

Auftrag:

Verhindern Sie durch eine Brandbekämpfungsmaßnahme die weitere Brandausbreitung nach Norden und einen Übergriff der Flammen über die dort verlaufenden Waldwege.

Im Bereich des Waldweges besteht nicht die Möglichkeit des Begegnungsverkehrs.

Das Vorbeifahren ist nur auf Höhe des „Scharfen Ecks“ möglich.

Hierzu ist ein dort geeigneter Sicherheitsposten zu stellen, der die Koordination der Fahrzeuge vornimmt.

Die Löschwasserabgabe ist anhand der Fahr- und Füllzeiten der Tanklöschfahrzeuge zu kalkulieren.

Es ist auf eine ausreichende Löschwasserreserve für Notfälle zu achten.

 

Wie im Ernstfall durchaus möglich, behinderten umgefallene Bäume die Zufahrt zur Einsatzstelle und mussten beseitigt werden um eine ungehinderte Durchfahrt zu gewährleisten.

 

An der Einsatzstelle stand ein 3.000 Liter Faltbehälter zur Verfügung und wurde als Puffer für die Wasserversorgung der vorgehenden Löschmannschaften genutzt. Dieser war ständig gefüllt zu halten um die Brandbekämpfung und Eigensicherung nicht zu gefährden.

 

Der sogenannte „Pendelverkehr“ forderte den dort eingesetzten Abschnittsleiter mit der Koordination der Fahrten der Tanklöschfahrzeuge um ein Aufeinandertreffen zu vermeiden.

 

Die Einsatzstelle war mit Effekten belegt, um einen Vegetationsbrand einigermaßen darzustellen. Nebelmaschinen waren im Einsatz und zur Andeutung von Glutnestern im Bodenfeuer waren LED-Leuchten auf dem Waldboden verteilt.

 

Im Einsatzgebiet sollten besondere Beachtung das Vorhalten genügender Löschwassermengen sowie der optimale Einsatz der vorhandenen Mannschaften finden. Hier hat sich gezeigt, dass klare Befehlsgebung und Absprachen der Einheitsführer untereinander wichtig für einen Einsatzerfolg sind.

 

Alle Glutnester (LED-Lichter) wurden bekämpft (gefunden) und keine Tanklöschfahrzeuge kamen sich auf der Zubringerstrecke in die Quere.

 

Somit: Feuer aus und Aufgabe gelöst !

Nach Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft und Abschlussbesprechung konnte gegen 18.00 Uhr der Feierabend eingeläutet und der Grill angeschmissen werden.

Natürlich war auch dafür gesorgt, dass genügend kühle Getränke zur Verfügung stehen.

 

Da die Kameradinnen und Kameraden aus Peine erst am Sonntag die Rückreise eingeplant hatten wurde die Feuerwache und dankenswerter Weise auch der angrenzende Jugendraum zur Übernachtung zur Verfügung gestellt. Für die mögliche Nutzung der Sanitäranlagen bedanken wir uns bei der TSG Wildemann.

 

Unter dem Motto „Kameradschaftspflege“ wurde ein gemütlicher Abend verbracht und der Erfahrungsaustausch in privater wie feuerwehtechnischer Sicht bis in die Morgenstunden vertieft.

Alles in Allem hat es den Mitgliedern der Kreisfeuerwehrbereitschaft Peine in Wildemann gefallen und uns Spaß gemacht, die Übungen auszuarbeiten und die Kameradinnen und Kameraden aufzunehmen und zu betreuen.

 

Wir werden auf jeden Fall weiter in Kontakt bleiben !

 

Einen Dank möchte ich nicht nur meinen Kameraden aussprechen, die mit der Ausarbeitung und Durchführung der Übungen sowie der Betreuung und Verpflegung der Einsatzkräfte betraut waren.

 

Ein besonderer Dank geht an die Niedersächsische Landesforstverwaltung mit den Forstämtern

  • Clausthal-Zellerfeld
  • Seesen und
  • Riefensbeek

mit den dazugehörigen Revierförstereien, die uns in der Vorbereitung und Durchführung der Übungsszenarien mit Rat und Tat zur Seite standen.

Bericht der Goslarschen Zeitung am 01.10.2018